Ein heißes EhemaligenTreffen

Ich freute mich auf das Ehemaligen-Treffen. Ich ging voller guter Laune und Vorfreude auf den Schulhof und begrüßte meine alten Kollegen. Hätte ich gewusst, was passieren würde, wäre ich achtsamer gewesen. Doch ich wusste es nun mal nicht und so nahm ich mir Essen und Getränk und begab mich zu einem netten Platz, wo einige Leute saßen, mit denen ich mich unterhalten wollte.
Ich hatte mich gerade erst hingesetzt, da roch ich es. Thüringer Bratwurst-Duft stieg in meine Nase. Ich sprang sofort auf und rannte in Richtung Grill. „Ihr Idioten“, schrie ich den bratenden 12-Klässlern zu. Wussten sie nicht, was passierte, wenn man Thüringer Bratwürste grillte?
Als ich angekommen war, schmiss ich den Grill um und glühende Kohlen spritzten unwichtigen 12-Klässlern in Gesicht und Augen. Sie schrien laut auf. Kollateralschaden, dachte ich mit meinem eisenhart trainierten Gemüt.
Doch es war schon zu spät. Ich drehte mich langsam um, als ich den heißen Atem in meinem Nacken spürte, und sah in seine rotgolden-glühenden Augen. Es war ein Thüringer Großhorndrache, einer der letzten in Deutschland, und mindestens 10 Meter groß.
Ich zögerte keine weitere Sekunde und schmiss dem Biest den Grill entgegen. Es wehrte ihn jedoch mit einem lässigen Prankenhieb zur Seite ab und zerquetschte weitere unwichtige 12-Klässler. „In Deckung“, schrie ich vollkommen sinnloserweise, da sowieso jeder das Weite suchte. Doch nein, nicht jeder. Die 2010er Abiturienten hielten tapfer das Feld. „Wir kämpfen für dich“, schrien sie unisono mir entgegen. Mir lief eine Gänsehaut über den Nacken. Soviel Heldenmut hatte ich seit meiner Dienstzeit in Vietnam nicht mehr erlebt.
Ich warf ihnen allen ein Schwert und Schild aus meinem Drachenabwehrrucksack zu, den ich immer bei mir trage. „Stellt euch im Kreis um ihn auf“, schrie ich. Das schien zu funktionieren: Der Drache wankte verwirrt hin und her und wusste nicht, wen er zuerst angreifen sollte. Doch ich war zu leichtsinnig. Zu lang war mein letzter Drachenkampf her. Als wir näher kamen, verstand ich zu spät, dass er geblufft hatte. Mit einer für seine Größe unglaublichen Geschwindigkeit drehte er sich einmal um seine Achse während er seinen Schwanz mit dem harten, kugelförmigen Ende wie einen Morgenstern um sich schwang. Fast alle von uns wurden entweder schwer verletzt oder sofort getötet. Die Schuldgefühle drohten mich zu überwältigen, doch ich schluckte sie herunter für den Moment. Ich wusste, was zu tun war. Manchmal muss man Opfer bringen, um einen Krieg zu gewinnen.
Ich sammelte mich mit den Verbliebenen. Wir waren Martin, Wasja, Sabrina, Chau und ich. Sie sahen alle ziemlich mitgenommen aus.
„Hört mir zu“, sagte ich. „Ich habe einen Plan. Wasja, rechne die Flugbahn aus, die ich fliegen muss um auf dem Drachen zu landen.“ Es dauerte nur 2 Minuten bis er fertig war, denn er studiert Physik auf Lehramt.
„Gut, jetzt erklär‘ Martin, wohin er mich werfen muss. Und Ladies, bitte lenkt den Drachen ab, solange wir das vorbereiten. Lasst uns nur hoffen, dass er auf Asiaten oder Dunkelhäutige steht.“
„Bist du sicher, dass du das tun willst, David?“, fragte mich Martin, während Sabrina und Chau mit ihren Pos vor dem Drachen herumtanzten und riefen „Na, wer holt sich leckres Backenfleisch?“. „Ja, ich weiß, dass es Wahnsinn ist. Aber Wahnsinn ist das Einzige, was Darmstadt jetzt noch retten kann.“ Martin nickte. Ich stieg auf seine Arme und er zählte an:
„Auf Drei! Eins. Zwei. —-Drei!“ Mit all seiner Kraft warf er mich in Richtung Drache.
In diesem Moment sah ich alles wie in Zeitlupe: Die Toten, die Verletzten, die Mädchen, die mit ihren Pos wackelten. Ich hatte ihnen nicht gesagt, was ich eigentlich vorhatte. Ich wusste, dass die Haut auf dem Rücken des Drachens durch kein Schwert der Welt zu durchdringen war. Sie ist härter als Diamant und mit Giftstacheln übersäht. Und in meiner jetzigen Kondition konnte ich nicht mehr schnell genug sein um seinen Bauch anzugreifen, wo das Fleisch weich genug ist um es mit einem gut geschmiedeten Schmert zu durchtrennen.
Ich hatte vor in sein Maul zu springen. „HEEH. DU VERDAMMTER BASTARD“, schrie ich ihm wahnsinnig zu. „Leg dich mit jemandem von deiner Größe an!“ Das war natürlich metaphorisch gemeint. Er drehte sich um und sah mich  erstaunt an. Es musste für ihn wie im Schlaraffenland sein. Das Essen flog direkt in sein Maul. Er öffnete es gierig und Sabber lief ihm die Lefzen hinunter. In diesem Moment zog ich mein Adamantium-Schwert und zielte damit auf seinen inneren Hals. Er verzog das Gesicht, soweit ich Drachenmimik lesen kann, und kreierte einen Feuerball in seiner Kehle. Doch in diesem Moment rammte ich ihm schon die Schneide bis zum Schaft in seinen Hals. „FRISS DAS“, schrie ich ihn an und es halte in seiner Mundhöhle. Grünes Blut spritze mir auf den Körper und ins Gesicht. Es war ätzend und verbrannte meine Haut. Doch das war nicht das Problem. Denn er war noch nicht ganz tot und so nutzte er seinen angefangenen Feuerball um ihn voll auf mich zu konzentrieren. Er war nicht so machtvoll, wie wenn das Biest bei vollen Kräften gewesen wäre. Aber konzentriert auf eine Person war er verheerend. Ich spürte wie meine Haut langsam verdampfte, danach mein Blut und meine Muskeln sich zersetzten. Der Geruch von verbranntem Fleisch kroch in meine Nase. Damit hattte es angefangen und so würde es auch enden. Selbst meine Knochen wurden vaporisiert, meine Augen verdampften und dann spürte ich wie selbst mein Energie-Körper sich zersetzte und jedes Molekül in meinem Körper sich voneinander trennte. Kollateralschaden, dachte ich.

 

Davide Paradiso

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About davidparadise

I am a Starseed and totally LOVE to be on Earth. I am sharing my light, my articles, music, poems and other people's great stuff. I will do that ever increasingly until the shift and beyond. Happy Ascension, People, David Starchild
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